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„Digitalisierung fängt beim Print an.“

Herr Jozefiak, welche Anforderungen stellte die Digitalisierung an ein Unternehmen?
PJ: Die Digitalisierung erfordert vier essentielle Disziplinen, damit Unternehmen sich diesem Wandel erfolgreich stellen können. Auf zwei Disziplinen konzentriert man sich aktuell besonders: die Datengrundlage (Systeme) und die Kommunikationskanäle. Systeme sollen in die Cloud; Kommunikationskanäle wie E-Commerce oder auch Marktplätze werden den Kunden zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus sind die Organisation selbst und die auf ihr basierenden Prozesse wichtig für den Prozess der Digitalisierung. Was damit gemeint ist? Die Digitalisierung erfordert mehr denn je, dass altbewährte Prozesse neu strukturiert und teilweise auch neu erfunden werden müssen. Dabei ist auch immer wieder die Organisationsstruktur betroffen, die auf die neuen Prozesse angepasst werden muss. Ein gutes Beispiel dafür ist der Stationäre Einzelhandel: Die Prozesse vom Produkteinkauf bis zur Bewerbung an den unterschiedlichsten Touchpoints müssen beständig standardisiert werden, um die Time-to-Market nicht zu verpassen. Dafür ist es entscheidend, dass ein Category Manager auch für sein Produktsortiment von Anfang bis Ende verantwortlich ist. Händler haben jedoch begonnen Silos (wie zum Beispiel E-Commerce-Abteilungen, Print-Abteilungen etc) zu bilden, durch die der Prozess unterbrochen und die Organisation verlangsamt wird. Daher müssen Unternehmen die für die Digitalisierung notwendigen Prozesse anpassen und ihre Organisation neu ausrichten. Ein Category-Manager sollte für sein Produktsortiment verantwortlich, egal auf welchem Kanal.

Auf was müssen Unternehmen also achten?
PJ: Sie müssen darauf achten, dass die vier oben genannten Disziplinen im Einklang stehen und aufeinander aufbauen, um das gewünschte Ziel zu erreichen: ihre Kunden an den Touchpoints glücklich zu machen und mit (neuen) Produkten die einzelnen Zielgruppen zu begeistern. Dabei ist es ebenfalls wichtig, dass das Unternehmen nicht die eigene Vision aus den Augen verliert.

Sie sagen, dass die Digitalisierung bei Print anfängt. Wieso das?
PJ: Weil „Print“ häufig ein analoger und konventioneller Kanal im Multi-Channel-Mix eines Unternehmen ist, der jedoch immer noch sehr großen Einfluss auf das Kaufverhalten der Kunden hat. Dabei ist Print ein kostenintensiver Kanal. Um weiterhin als fester Bestandteil im Marketing-Mix von Unternehmen zu funktionieren, muss Print in seinem Herstellungsprozess standardisiert und somit digitalisiert werden. Diesen Prozess begleitet die Comosoft schon seit über 20 Jahren bei Handelsunternehmen unterschiedlichster Gattungen. Durch das digitale Briefing von Handzetteln und Katalogen und den darauffolgenden digitalen Korrekturprozess etwa, werden teilweise schon im ersten Jahr 30 – 50 Prozent der Kosten eingespart. Der Prozess ist digitalisiert und die einzelnen Abteilungen wie Beispielsweise Category Management (Einkauf) oder das Marketing können sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, um den Kunden stetig neue Erlebnisse im Einkaufsprozess zu bieten.